DAUNTDADIDIUNDI
Roland Rathmayer, DD Kern, Martin Zrost, nicht im Bild: special guest Marcus Maida

DAHUNTDADIDIUNDI

Ist das ein Fest im Kumpelnest? Martin Zrost ist mit den BulBuls bandbiografisch schon ziemlich lange verbunden: er kennt die Band, seitdem sie besteht, war bei einer BulBul-Deutschlandtournee dabei, stieg mit der Band und Richard Klammer als Bulhorns in die Arena, spielt mit Gitarrist Raumschiff Engelmayr bei Fugu & the Cosmic Mumu, und sein Bruder Heimo Wallner – der, neben Bernhard Breuer, auch bei den Mumus mittut –, ist zufälligerweise auch der Grafiker vieler BulBul-Cover. „Man kennt sich nicht von der Bühne, sondern vom Biertrinken“, so Zrost kategorisch. Und weil BulBul immer wieder Improvgeschichten machen, zu denen sie Leute aus dem freien Bereich einladen, kam er auch als Mit-Macher an diesem Ding nicht drumrum. „Sie als erdig-intelligent-verrückte Rockmusiker mischen sich immer wieder sehr gut mit den Improvisatoren“, so Zrost, der auch das letzterschienene sechste Album des Dreiers als Gast aufmischt.

Beim V:NM 09 darf er nun als Premiere mit der BulBul Rythmussektion aufspielen. Und das kam so: als man im August 2008 in Schrattenberg nachts beim Bier tagte, fragte man Zrost nach einer möglichen Kombination für’s nächste V:NM an. Der drehte sich einfach um, da saßen Rathmayr und Kern, und er hatte seine Leute. Zrost, der seit 1989 für das Schrattenberger Symposion die Musiker kuratiert bzw. dort behutsam-aufmerksam-bestimmt die Fäden für ein möglichst selbstregulatives musikalisches Netzwerk spannt, war auch diese spezielle Rhythmus-Kombination natürlich nicht unbekannt: bereits 2007 hatten die beiden in Schrattenberg unter dem Alias von „The Voice“ Wenzel Hnatek die Gehörgänge gereinigt.

Neben ihrem energetischen Output schätzt Zrost die versierte Intensität, mit der die beiden an einen neuen Ausdruck herangehen. BulBul proben sehr viel, was Zrost ausnehmend gut gefällt. Zum V:NM erwartet er sich indes eine ziemlich freie Improvisation, die mit Rock im besten Sinne arbeitet, also keine ewiglangen, ausufernden Rhythmuswürste; die sollten vielmehr zünftig und herzhaft zerhackt werden – und für diese Brechungen sind die BulBuls berüchtigt. „Es wird sicherlich keinen Drum and Bass-Battle geben, und keine Endlos-Rockwurst, sondern eher Mini-Würstel, sozusagen Nürnberger-Rock-Würstel“. Was das Melodiöse betrifft, sollte es für Zrost sowohl bei der freien Improvisation als auch beim 12Ton immer gut vertreten sein.

Auch hierzu erwartet er indes, dass man sich dem Rhythmus nicht verweigert und nicht etwa Bassflächiges spielt, sondern schon mal gezielt draufhaut. Zrost: „Es wird nicht gerade leise werden und sich eher am oberen energetischen Rand befinden. Die beiden sind ein absolutes Kraft-Paket.“ Es wird sehr wahrscheinlich in die freien Rock-Gefilde gehen, er wird sich auf jeden Fall mit diversen Pedals ausrüsten, und auch von Rathmayr könnte eine Fußpalette von ca. 10 Tretminen zu erwarten sein. Beim letzten Stück soll als Bonus Marcus Maida mit seinem MS-20 dazustoßen – vielleicht lässt sich der Volume Pegel zum Ende des V:NM Festivals 2009 ja noch ein bisschen mehr anheben.

Martin Zrost – saxes
Roland Rathmayr – bass
DD Kern – drums
Special Guest: Marcus Maida – synth

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