Dr. Borg
Dr. Borg
Armin Pokorn
Armin Pokorn
Der Praesident
Der Präsident

DR. BORG – ARMIN POKORN – DER PRÄSIDENT

In der Zeit, als Dr. Borg und der Präsident sich in einer Kölner Kneipe kennen lernten, wurde Ronald Reagan 40. Präsident der USA. Der Cowboy-Präsi prägte den Begriff Reich des Bösen für die UdSSR, den George W. Bush später mit seiner Achse des Bösen reanimierte. Reagan bekam dann Alzheimer und starb 2004, George W. Bush geht’s Gerüchten zufolge auch nicht mehr so gut, aber Dr. Borg und der Präsident gehen immer noch so stark, dass man sie mitunter kaum noch fassen kann, aber logisch muss, denn zu gut und wichtig ist das, was die beiden Kölner Improv-Gottväter da tun.

Gerade lief in der Domstadt die mittlerweile 13. Auflage ihres brillanten NOZART-Festivals (www.nozart.de) vom Stapel (bei dem übrigens auch das Klammer-Gründler-Duo zu Gast waren), ihr Langzeit-Improv-Projekt Jaruzelski war jüngst in Amsterdam und auf dem legendären Kulturdampfer MS Stubnitz zu hören, und mit der Free Noise Band Koro mit den renommierten Freispiel-Gitarristen Joseph Suchy und Olaf Rupp werden auch weiterhin lecker die Ohrmuscheln ausgefräst.

Wenn Dr. Borg seine legendäre Achsel des Bösen öffnet, verstummt die Kölner Szene. Er gilt als wirklicher Pate des Kölner Underground. Mit dem Journalisten Felix Klopothek gründete er einst das avancierte GROB-Label, brachte es zum Laufen, stieg aber frühzeitig aus, denn für Borg ist es immer noch aufregender, die Welt mit eigenen Tönen anzugehen, als nur die Anderer unter die Leute zu bringen. Wenn er seine Gibson auspackt, ist eine Menge zu erwarten: solo kann es auch schon einmal etwas ruhiger und abstrakt-ambientöser werden, im Kollektiv dann gerne laut und auf die Zwölf – der großartige Vollblut-Gitarrenimprovisateur spielt auf alle Fälle immer hochintensiv, hochoriginell und energetisch.

Zu Borgs aktuellen Ensembles gehören auch die Sensitive Sisters mit Peter Brötzmann, Christoph Winkel und Willi Kellers und Ici on Danse mit Jean Marc Montera und Thomas Lehn. Bei Jaruzelski handelt es sich um ein mehr oder weniger offenes Improv-Kollektiv mit Borg und Präsident als Kernpiloten. Je nach Konzept und Lage wird daraus ein raumbezogenes vielköpfiges Improv-Orchester oder – wie letztens auf der MS Stubnitz mit Harald Sack Ziegler, Christoph Clöser und Bodo Schürgers – ein knackiges Quintett. Wie Dr. Borg hat auch der Präsident eine mehr oder weniger dunkle Rockvergangenheit, die man aber gemeinsam mit tageweisen Free-Sessions im Proberaum gründlich exorzierte. Der Präsident schwang seitdem mit einigen Freispielern die Stöcke, so z.B. Franz Hautzinger, den Bauer-Brüdern oder Gerd Dudek. Doch vom energetischen Gestus des Rock kommen die beiden – zum Glück! – nie so ganz weg, und das macht auch immer noch die Frische, den Humor und das partielle Powerplay ihrer gelebten Improv-Haltung aus. Eine enge Verbindung zur Kunstszene ist nach wie vor auch da, wird aber unprätentiös und mit guter Bodenhaftung ausgelebt. Auf Graz und ihren Gitarren-Partner Armin Pokorn freuen sich die beiden ‚Freispiel-Colonia-Paten’ diebisch und hoffen, dass er, ganz nach ihrem Gusto, schnell und präzise zur Sache kommt.

Armin Pokorn, der beim V:NM 09 seine freikonzeptuelle Ader bereits im Duo mit Henrik Sande auslebt, kann im Konzert mit den beiden Kölnern seine Fähigkeit zum impulsiven Freispiel ausloten. Der renommierte Meister der Elektronik-MIDI-Gitarre studierte klassische und Jazz-Gitarre an der Musikhochschule in Graz, betrieb Lautenstudium in Den Haag und widmete sich dem Studium Elektronischer Kompositionen in Utrecht. Er tritt als Solist und mit Ensembles auf und ist quer durch Europa, in Korea, Indien und den USA zu hören.

Armin Pokorn spielte unter anderem mit Fred Anderson, Christian Muthspiel, Luc Houtkamp, Studio Percussion und Glen Moore. Zahlreich sind seine Kompositionsaufträge für Musik-, Tanz- und Sprechtheater europaweit sowie seine Filmmusiken. Mit Vorliebe komponiert er Musik für Theaterstücke, wie z.B. Richard III. „Es ist noch nie passiert, dass ich morgens aufgewacht bin und keine Lust zu musizieren hatte“, sagt Armin Pokorn. „Du musst nur die Dinge immer neu in Frage stellen, sie neu definieren, dann passiert allerhand – so passiert eigentlich alles.“ Das sind ohne jeden Zweifel beste Voraussetzungen für ein Konzert mit Dr. Borg und dem Präsidenten!

Dr. Borg – e-guitar, toy
Der Präsident – drums, percussion, toy
Armin Pokorn – e-guitar

Hinweis: Dr. Borg und Der Präsident haben auch bürgerliche Namen; wenn Sie sie wissen wollen, müssen Sie schon selber fragen, dann aber auch die Folgen tragen.

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